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Meine erste Hochzeitsmesse – und warum ich mich am Ende gegen die Präsentation entschieden habe

Autorenbild: Nadine Schöner
Nadine Schöner
7. Sept.
3 Min. Lesezeit

Fast 20 Jahre Selbstständigkeit – und trotzdem gibt es immer noch Premieren.

Seit Januar 2007 bin ich selbstständig als Fotografin. Ich habe in dieser Zeit unzählige Menschen fotografisch begleitet, Hochzeiten dokumentiert, Familiengeschichten erzählt und meinen ganz eigenen Stil entwickelt.

Aber auf einer Hochzeitsmesse als Ausstellerin war ich bisher noch nie.

Bis jetzt.

Im September durfte ich bei der HochzeitsMesse „Alles Liebe“ auf Gut Henscheid in Aachen dabei sein. Und natürlich habe ich mir im Vorfeld viele Gedanken gemacht.

Wie soll mein Messestand aussehen?

Ein 3-Meter-Stand wollte schließlich gefüllt werden.

Zwei große BlowUp-Banner wurden gestaltet und bestellt. Hochzeitsalben wurden ausgesucht. Leporellos vorbereitet. Postkarten mit meinem Slogan gestaltet und meine Instagram-Follower durften sogar bei der Auswahl der Motive mitentscheiden.

Und natürlich durfte auch ein kleines Give-away nicht fehlen: kleine Ferrero-Küsschen, hübsch verpackt und mit einem QR-Code zu meiner eigens dafür gestalteten Landingpage.

Auch eine Präsentation für mein iPad hatte ich begonnen.

Eine kleine digitale Reise durch verschiedene Hochzeiten.

Getting Ready, Trauung, Brautpaarshooting, Emotionen, Familie, Feier …

Eigentlich eine schöne Idee.

Und dann kam alles anders.

Kurz vor der Messe habe ich mich gegen die Präsentation entschieden.

Nicht, weil sie schlecht war. Sondern weil ich plötzlich das Gefühl hatte, dass sie gar nicht das braucht, was ich auf der Messe zeigen möchte.

Denn meine Fotografie lebt von echten Momenten. Von Nähe. Von Emotionen. Von persönlichen Geschichten.

Warum sollte ich also meine Arbeit auf einem Bildschirm zeigen, wenn ich sie auch in die Hände der Menschen geben kann?

Also habe ich mich ganz bewusst auf das Analoge konzentriert.

Fotos, Alben und echte Begegnungen

Ich hatte zwei Hochzeitsalben dabei.

Und genau diese wurden zu einem wichtigen Mittelpunkt meines Messestandes.

Ich habe die Alben nicht einfach auf den Tisch gelegt und die Besucher selbst darin blättern lassen. Sie standen auf einer Staffelei, aus meiner Kunst-Leistungs-Kurs-Zeit!

Wir haben sie gemeinsam angeschaut. Wir haben über einzelne Bilder gesprochen.

Über den Moment, der gerade auf einer Seite zu sehen war.

Über Hochzeiten. Über Emotionen. Über Erinnerungen.

Und plötzlich war aus einem Messestand ein Ort für Gespräche geworden.

Genau das hatte ich mir eigentlich gewünscht.

Ein Hochzeitsalbum muss man in der Hand halten

Natürlich kann man heute alles auf einem Bildschirm anschauen.

Auch Hochzeitsfotos. Aber ein Album ist etwas anderes.

Man nimmt es in die Hand. Man blättert gemeinsam darin. Man bleibt bei einem Bild hängen. Man geht zurück. Man zeigt dem anderen eine Seite.

Und vielleicht ist genau das auch der Grund, warum ich Hochzeitsalben so liebe.

Sie machen aus digitalen Bildern etwas Bleibendes.

Etwas, das man nicht nur auf dem Handy gespeichert hat, sondern immer wieder hervorholen kann.

Und natürlich gab es auch ein kleines Küsschen. 😉

Meine Postkarten durften mit nach Hause genommen werden und wurden von vielen Besuchern gerne eingepackt. Zu gerne würde ich wissen - wem ihr ein paar liebe Worte schreiben werdet.

Und auch die kleinen Ferrero-Küsschen waren schnell verteilt.

Auf den Postkarten stand natürlich mein Slogan:

„…damit nicht nur die Erinnerung bleibt.“

Denn genau darum geht es mir.

Nicht darum, möglichst viele Bilder zu produzieren.

Sondern darum, Erinnerungen sichtbar zu machen.

Momente festzuhalten, die vielleicht nur wenige Sekunden dauern – aber ein Leben lang etwas bedeuten können.

Mein Fazit nach der ersten Hochzeitsmesse

Ich bin mit einigen Erwartungen auf diese Messe gegangen.

Und ich bin mit einer schönen Erkenntnis wieder nach Hause gekommen:

Ich brauche nicht unbedingt einen Bildschirm, um meine Fotografie zu zeigen.

Ich brauche meine Bilder. Ich brauche Menschen. Und ich brauche Zeit für Gespräche.

Die Messe hat mir gezeigt, dass genau diese persönliche Art der Begegnung zu mir und meiner Fotografie passt.

Natürlich war der Stand vorbereitet. Natürlich gab es Banner, Postkarten und Give-aways.

Aber am Ende waren es nicht die gedruckten Materialien, die den Unterschied gemacht haben.

Es waren die Menschen, die davorstanden.

Die Paare, die gemeinsam durch meine Alben geblättert haben.

Die Fragen.

Die Geschichten.

Die kleinen Gespräche zwischendurch.

Und genau dafür bin ich dankbar.

Vielleicht braucht es manchmal weniger, um mehr zu zeigen.

Meine erste Hochzeitsmesse war eine Premiere.

Und vielleicht nicht ganz so, wie ich sie ursprünglich geplant hatte.

Aber genau das hat sie so besonders gemacht.

Ich habe wieder einmal gemerkt, dass ich meiner eigenen Art vertrauen darf.

Persönlich. Emotional. Echt.

Und natürlich:

…damit nicht nur die Erinnerung bleibt. 🤍

Hochzeitsfotografin Nadine Schöner auf meiner ersten Hochzeitsmesse in Aachen

 
 
 

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